Übersicht Homocystein und Osteoporose

Ab dem 45. Lebensjahr verringert sich bei etwa der Hälfte der Frauen die Knochenmasse. Um die 30% entwickeln nach der Menopause eine Osteoporose. Bei Männern tritt die Erkrankung  meist erst jenseits des 60igsten Lebensjahrs auf. Östrogen- bzw. Testosteronmangel, Bewegungsmangel sowie Vitamin D- und Calcium-Defizite sind mögliche Ursachen. Medikamente, besonders systemische Glukokortikoid-Therapien können die Krankheit zusätzlich fördern.

Osteoporose ist häufig vermeidbar, gehört also in die Präventionsberatung. Frauen sollten wissen, dass sie sich bereits im Klimakterium um den Schutz Ihrer Knochen kümmern sollten, denn in den ersten Jahren der Menopause nimmt die Knochendichte besonders schnell ab.

Die Symptomatik der Homocystinurie hat zu der Hypothese geführt, dass der Homocysteinstoffwechsel die Knochenstruktur beeinflussen könnte. Die Erbkrankheit Homocystinurie basiert meist auf einem Enzymdefekt der Cystathionin-β-Synthase, die am Abbau von Homocystein zu Cystein beteiligt ist. Unbehandelte Kinder mit Homocystinurie entwickeln sich geistig und körperlich langsam. Bereits im Jugendalter treten u. a.  Osteoporose und Knochendeformationen auf. 

Übersicht:

Studien zu Vitamin-B-Mangel, Hyperhomocysteinämie und Osteoporose 

Beziehung

Datenlage

Studie

Hohe Homocysteinspiegel und erhöhtes Risiko für Hüftfrakturen

 

 

Postmenopausale Frauen: Das Risiko für Hüftfrakturen erhöhte sich dosisabhängig mit dem HCY-Spiegel. Im höchsten HCY-Quartil war das Hüftfrakturrisiko 36% höher als im niedrigsten Quartil

Amerikanische WHI-Fallkontrollstudie „Women´s Health Initiative Observational Study“ [1]

Im Quartil mit den höchsten HCY-Werten war das Frakturrisiko um 90% erhöht

Holländische Kohortenstudie Rotterdam [2]

Hohe HCY-Spiegel erhöhten das Frakturrisiko um das 1,9- bzw. 4-fache (Frauen bzw. Männer)

Amerikanische Framingham-Studie [3]

 

Hohe HCY-Spiegel waren korreliert mit Osteoporose (OR: 63,7; 95% KI: 8,5-250; P < 0,001)

[4]

B-Vitaminmangel und erhöhtes Frakturrisiko

 

 

Vitamin-B6-Mangel korrelierte mit erhöhtem Frakturrisiko

Rotterdam-Studie [5]

Vitamin-B6-Mangel erhöhte das Risiko für Hüftfrakturen um 73%, Vitamin-B12-Mangel um 89%

Framingham-Studie [3]

Die 2-jährige Gabe von Vitamin B12 und Folsäure senkte bei Schlaganfallpatienten das Hüftfrakturrisiko auf 1/5

Japanische Interventionsstudie [6]

B-Vitaminmangel und verringerte Knochendichte

 

 

Bei Frauen war eine signifikante Korrelation feststellbar

Norwegische Hordaland-Studie [7]

Vitamin-B6-, B12- und Folsäuremangel korrelierte mit niedriger Knochendichte des Femurhalses und der Lendenwirbelsäule

Rotterdam-Studie [5]

Vitamin-B6-Mangel korrelierte mit niedriger Knochendichte des Femurhalses

Framingham-Studie [5]

[1] Leboff MS, Narweker R, LaCroix A, Wu L, Jackson R, Lee J, Bauer DC, Cauley J, Kooperberg C, Lewis C, Thomas AM, Cummings S. Homocysteine levels and risk of hip fracture in postmenopausal women. J Clin Endocrinol Metab 94(4) 2009, 1207-13.

[2] Van Meurs JB, Dhonukshe-Rutten RA, Pluijm SM, van der Klift M, de Jonge R, Lindemans J, de Groot LC, Hofman A, Witteman JC, van Leeuwen JP, Breteler MM, Lips P, Pols HA, Uitterlinden AG. Homocysteine levels and the risk of osteoporotic fracture. N Engl J Med 2004, 350(20).2033-41.

[3] McLean RR, Jacques PF, Selhub J, Fredman L, Tucker KL, Samelson EJ, Kiel DP, Cupples LA, Hannan MT. Plasma B vitamins, homocysteine and their relation with bone loss and hip fracture in elderly men and women. J Clin Endocrinol Metab 2008, 93(6).2206-12.

[4] Roblin X, Phelip JM, Genevois M, Ducros V, Bonaz B. Hyperhomocysteinaemia is associated with osteoporosis in patients with Crohn's disease. Aliment Pharmacol Ther 2007, 25(7).797-804.

[5] Hofman A, Grobbee DE, de Jong PT, van den Ouweland FA. Determinants of disease and disability in the elderly. the Rotterdam Elderly Study. Eur J Epidemiol 1991, 7(4).403-22.

[6] Sato Y, Honda Y, Iwamoto J, Kanoko T, Satoh K. Effect of folate and mecobalamin on hip fractures in patients with stroke. a randomized controlled trial. JAMA 2005, 293(9).1082-8.

[7] Gjesdal CG, Vollset SE, Ueland PM, Refsum H, Drevon CA, Gjessing HK, Tell GS. Plasma total homocysteine level and bone mineral density. the Hordaland Homocysteine Study. Arch Intern Med 2006, 166(1).88-94.