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Serin, Glycin und Cholin |
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Serin und Glycin (ɑ-Aminoessigsäure)
hängen direkt voneinander ab und können auch leicht
ineinander überführt werden, wobei diese Reaktion jedoch
die Verfügbarkeit von Folat und Vitamin-B6
voraussetzt. Bei der Glycinsynthese wird das
b-Kohlenstoffatom
von Serin auf THF übertragen, während Glycin durch
Übernahme einer Hydroxymethylgruppe von THF in Serin
überführt werden kann: Serin + THF
«
Glycin + Methylen-THF + H2O. Diese Reaktion
wird von dem (ebenfalls Vitamin-B6-abhängigen)
Enzym Serin-Transhydroxymethylase katalysiert.
Glycin hat auch große Bedeutung als (hemmender)
Neurotransmitter im Rückenmark und Stammhirn. In
polysynaptischen Membranen wird ein Kanal (GlyR) durch
Glycin aktiviert. In der Folge hemmt ein
Chlorid-Einstrom die Depolarisation der Plasmamembran
und die Erregungsübertragung am Axon. Am Puringerüst
stammen die C-Atome 4 und 5 sowie das N-Atom 7 vom
Glycin ab. Glycin und Succinyl-CoA sind auch
Ausgangsstoffe für die Biosynthese von Häm im
Mitochondrium (und Zytosol), welches für die Bildung von
Hämoglobin und als Teil mitochondialer Enzyme (Cytochrome)
notwendig ist. Dabei ist noch ein anderes Vitamin-B6-abhängiges
Enzym involviert (die
d-Aminolävulinsäuresynthase),
weshalb es bei einem Vitamin-B6-Mangel zu
einer Verringerung der Hämbiosynthese kommt. An der
Primärstruktur (Aminosäuresequenz, meist mit Prolin und
Hydroxyprolin) des Kollagens ist Glycin als bestimmender
Teil der charakteristischen Tripelhelix beteiligt. Bei
Nahrungskarenz steigt der Plasmaspiegel von Glycin an
und wird in der Niere wahrscheinlich für die
Glukoneogenese und für die Ammoniaksynthese verwendet.
Glycin ist außerdem noch an verschiedenen
Konjugationsreaktionen (Entgiftung, Gallensäure) und bei
der Kreatinbiosynthese beteiligt
Cholin ist für alle Zellen sehr wichtig und ist
an der Synthese von Phospholipiden der Zellmembran und
am Cholesterintransport maßgeblich beteiligt.
Cholinmangel führt zu Leberverfettung, Leberversagen und
schließlich zu Apoptose mit Zelluntergang. Daneben ist
Cholin an der DNA-Methylierung und damit der
Genexpression beteiligt. Sowohl im Tierversuch
als auch bei gesunden Menschen
führt diätischer Folsäuremangel sekundär zu einer
Abnahme von Cholin und Phosphocholin in Plasma und
Leber. Trotz
ausreichender Aufnahme von Methionin und Folsäure führt
zu geringe Cholinzufuhr (<250 mg/Tag) beim Menschen zu
einem (reversiblen) Mangelzustand mit erniedrigten
Plasmaspiegeln und Leberdysfunktion.
Dabei kann Cholin bei Folsäuremangel als
Methylgruppenspender verwendet werden. Bei gleichzeitig
bestehender Unterversorgung von Folsäure und Cholin hat
das besonders gravierende Auswirkung auf die
Hypomethylierung der DNA, daher ist der Bedarf an Cholin
bei Folsäuremangel besonders groß.
Für die Cholinsynthese aus Colamin werden drei
Methylgruppen verwendet, die von 5-MTHF stammen. Für
Cholin ist in der Leber zudem ein De-novo-Biosyntheseweg
gefunden worden, der die dafür notwendigen Methylgruppen
von SAM verwendet. Umgekehrt wird diese Methylgruppe an
Betain weitergegeben, das als Oxidationsprodukt von
Cholin durch die Vitamin-B12-abhängige
Cholinoxidase entsteht. Diese Methylgruppe wird
schließlich über die BHMT in Leber und Niere
für die Remethylierung zu Methionin an
Homocystein
übertragen. Damit ist Betain nicht ein physiologisches
Nebenprodukt, sondern ein wichtiger Mediator der
Remethylierung. Betain wird durch diese Reaktion in
Dimethylglycin überführt, welches wiederum die BHMT
hemmt. Bei Niereninsuffizienz steigt Dimethylglycin
deutlich an und korreliert eng mit den erhöhten
Homocysteinkonzentrationen, wahrscheinlich durch den
gleichzeitigen hemmenden Effekt auf die BHMT und damit
verminderter Remethylierungsrate. Die bei
Dialysepatienten bekannt hohe kardiovaskuläre
Komplikationsrate ließe sich teilweise auch dadurch
erklären. |
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Literatur (Auswahl): |
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| Cook RJ. Defining the Steps of the Folate One-Carbon Shuffle and Homocysteine Metabolism. Am J Clin Nutr 2000 | PubMed |
| Wheeler MD, et al. Glycine: a New Anti-Inflammatory Immunonutrient. Cell Mol Life Sci 1999 | PubMed |
| Strong WB, et al. Effect of Tetrahydropteroyl-Polyglutamates and Serine Hydroxymethyltransferase on the Rate of 10-Formyltetrahydrofolate Synthetase. Biochemistry 1989 | PubMed |
| McGregor DO, et al. Dimethylglycine Accumulates in Uremia and Predicts Elevated Plasma Homocysteine Concentrations. Kidney. Int 2001 | PubMed |
| Zeisel SH. Choline: an Essential Nutrient for Humans. J Nutr 2000 | PubMed |
| Jacob RA, et al. Folate Nutriture Alters Choline Status of Women and Men Fed Low Choline Diets. J Nutr 1999 | PubMed |
| Buchman AL, et al. Choline Deficiency: A Cause of Hepatic Steatosis During Parenteral Nutrition that can be Reversed with Intravenous Choline Supplementation. Hepatology 1995 | PubMed |
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| Zeisel SH, et al. Choline, an Essential Nutrient for Humans. FASEB J 1991 | PubMed |
| Locker J, et al. DNA Methylation and Hepatocarcinogenesis in Rats Fed a Choline Devoid Diet. Carcinogenesis 1986 | PubMed |
| Bremer J, et al. Methyl Transfering Enzyme System of Microsomes in the Biosynthesis of Lecithin (Phosphatidylcholine). Biochim Biophys Acta 1961;46:205–9 |